Workshop 5
KLANG und IMPULS im KÖRPER und in der STIMME
Gesang, Chor und Komposition
Leitung: Sinem Altan, Begüm Tüzemen

 



In diesem Workshop wollen wir gemeinsam erkunden, wie ein Klang in unserem Körper entstehen kann, wie wir mit unserer Stimme die unterschiedlichsten Farben, Gesten, Gefühlszustände und noch mehr produzieren können. Hier geht es vor allem darum, ausgehend von kulturellen und biographischen Aspekten sowie Einflüsse aus dem Alltag und der Umgebung anhand Improvisationen und Übungen eigene Klangfelder  zu schaffen, aus denen wir gemeinsam eine Art neue Komposition bilden werden. Nicht nur Klang spielt dabei eine wichtige Rolle, sondern auch der Impuls und das damit verbundene Rhythmusgefühl soll uns helfen, individuelle und unabhängige Gestaltungsmöglichkeiten zu entwickeln, die letztendlich als Ziel durch das Kennenlernen und Erkunden mit- und voneinander  zu einem farbenreichen und vielfältigen Chorerlebnis zusammenwachsen wird. Eine weitere Ausführung dieser Idee ist, anhand dieser Ergebnisse unter anderem auch mit den anderen Workshop-Gruppen zusammen zu kommen und womöglich Überschneidungsmomente und Parallelen aus anderen Kunstbereichen in einer gemeinsamen und zusammenhängenden Aufführung zu präsentieren.
Wer also seinen eigenen Klang und Impuls noch nicht entdeckt hat, sollte diese Reise unbedingt wahrnehmen.

SINEM ALTAN
Mit elf Jahren bestand die 1985 in Ankara geborene Künstlerin die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler im Fachbereich Komposition/Klavier. Ihr Kompositionsstudium bei Friedrich Goldmann an der Universität der Künste sowie Klavierunterricht bei Thomas Just und ein 2-jähriges Kompositionsstudium bei Cornelius Schwehr an der Hochschule für Musik in Freiburg rundeten ihre Ausbildung ab. Bis 2001 gewann sie zahlreiche 1.Preise bei „Jugend musiziert“ und „Jugend komponiert“. Zu ihren größeren Werken gehört u.a. „Mr. Sax in Anatolia“, ein Konzert für Saxophon, Baglama, Mey und Orchester, das durch die Bielefelder Philharmoniker uraufgeführt wurde. In Berlin sorgte sie mit ihrem Projekt „Türkisch für Liebhaber“, das sie 2008/09 an der Neuköllner Oper als musikalische Leiterin führte, für Aufsehen. Als „Composer in Residence“ komponierte und leitete Sinem Altan „Stadt der Hunde“ (Ikarus-Preis 2010) und „TangoTürk“ an der Neuköllner Oper.  Seit 2009 leitet sie als Komponistin und Pianistin die interkulturellen Familienkonzerte des Rundfunk-Sinfonierorchesters Berlin. Im Mittelpunkt ihrer schöpferischen Arbeit steht der Dialog zwischen deutschen und türkischen Kontexten. Zuletzt realisierte und leitete sie gemeinsam mit Begüm Tüzemen und Özgür Ersoy, den Ensemblemitgliedern von Olivinn, das vom Hauptstadtkulturfonds Berlin geförderte Festivalprojekt "deLIGHTed", das mit großem Erfolg vom 22.September bis zum 2. Oktober 2011 mit 5 Uraufführungen im Atze Musiktheater gefeiert wurde.

BEGÜM TÜZEMEN
die 1983 in Istanbul geborene Sängerin absolvierte ein Musical-Studium am Staatlichen Konservatorium der Istanbuler Universität. Sie war Ensemblemitglied bei ArtIstanbul und wirkte u.a. in Aspendos bei renommierten Musical- und Konzertprojekten mit. 2007 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Berlin, wo sie klassischen Gesangsunterricht von Volkmar Bussewitz erhielt. Sie beeindruckte bereits u.a. in „Türkei von gestern bis heute“ am Schiller-Theater und der Produktion „Tango Türk“ an der Neuköllner Oper, zu der sie einen Workshop an der Universität der Künste leitete. Seit 2007 arbeitet sie in diversen Projekten von und mit Sinem Altan zusammen und begeisterte an ihrer Seite u.a. die Zuschauer im ATZE Musiktheater bei den Produktionen „Ayla, Alis Tochter“ sowie „Keloglan und die Räuberbande“. Ihr grenzenloses Repertoire unterschiedlicher Stilrichtungen wie klassische Arien, Musical-Highlights und Jazz-Standards bis zu türkischen Volksliedbearbeitungen und zeitgenössischen Kompositionen ermöglichen ihr hoch interessante Crossover-Projekte, die für ihr musikalisches Verständnis prägend sind. Ihre enorme Bühnenpräsenz und überschäumende Energie machen sie zu einer herausragenden Performerin.

 

Foto: ©GeorgSchroeder