Workshop 3
„Akte/ NSU“
Dokumentartheater-Workshop
Leitung: Marina Schubarth, Judith Rahner

 



Verdrängen, wegschauen und ablenken. Ist dass das Mittel der Wahl, wenn sich in Deutschland Rassismus zeigt? Wie sonst ist zu erklären, dass ein Nazi-Trio jahrelang im Untergrund mordend durch Deutschland ziehen konnte. Dass der Staat nicht nur auf dem rechten Auge, sondern auch gegenüber den Ermordeten blind ist, zeigt nicht zuletzt der unselige Begriff von den "Döner-Morden". Welches gesellschaftliche Klima ist die Voraussetzung für derartig viele „tragische Missverständnisse“ in den jahrelangen Ermittlungsarbeiten?
Wir gehen auf Spurensuche: wer sind Akteure? Wer sind die Vertreter? Welche Schnittstellen lassen sich im Alltag finden? Aufgespürte Dokumente und Fotos, recherchierte Zeitungsartikel und Interviews werden künstlerisch bearbeitet und in einem angeleiteten Prozess in szenische Sequenzen gebracht. Wir verbinden in dem Workshop darstellerische und gestalterische Ausdrucksmöglichkeiten mit recherchiertem und authentischem Material. Mit den Mitteln des dokumentarischen Theaters werden wir die vielschichtigen Facetten von Rassismus und fremdenfeindlichem Gedankengut, bis hin zu den mörderischen Taten des NSU aufarbeiten.

Marina Schubarth, seit 2003 Leiterin und Regisseurin des dokumentartheater berlin.
Abgeschlossenes Studium als Tänzerin in Budapest. 1987 - 1997 Engagements im Stadttheater Karlsruhe und Theater des Westens Berlin. 1997 - 2012 als Choreografin bei verschiedenen Produktionen tätig, wie Volksbühne Graz, Berliner Ensemble,Volksbühne Wien, Magdeburger Opernhaus. Von 2003- 2011 eigene Produktionen, wie: OST-Arbeiter, Tänzerin hinter Stacheldraht, Und der Name des Sterns heißt Tschernobyl, Holodomor- der Unbekannte Völkermord, Gesichter des Krieges, VERA, Vergessene Biografien.
Internationale Auszeichnungen für ihr Engagement für Menschenrechte und Theater Inszenierungen.
Judith Rahner, Jahrgang 1979, Erziehungswissenschaftlerin und Bildungsreferentin bei der Amadeu Antonio Stiftung, ist seit vielen Jahren in der Jugend- und Kulturarbeit tätig. Sie setzt dort zusammen mit Jugendlichen und unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen von ihr initiierte Musik- und Kunstprojekte um. Spoken-Word und HipHop, Graffiti und Foto-Ausstellungen und zuletzt das dokumentarische Theaterstück „Vergessene Biografien – Migranten und Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“, zu welchem sie auch die Klaviermusik komponierte.